Visualtraining
„Beide Augen als funktionierende Einheit arbeiten lassen.“
Ein Augenpaar muss grundsätzlich lernen, oder wieder erlernen, koordiniert zu arbeiten.
Das bedeutet, dass Bewegungen und Einstellmechanismen gemeinsam und flüssig ablaufen müssen.
So gut jedes Auge für sich alleine auch funktionieren mag: Nur wenn beide Augen ein gutes Team bilden, lassen sich visuelle Wahrnehmungsstörungen vermeiden. Der Körper reagiert mit einer Vielzahl von Kompensationsmechanismen. Die visuelle Wahrnehmung ist nur optimal, wenn ( BILD) perfekt aufeinander abgestimmt sind. Bilden die Augen kein gutes Team ist oft gar kein, oder nur ein sehr reduziertes 3D –Sehen möglich. Oft entwickelt sich ein vorübergehendes Schielen (Phorie , Winkelfehlsichtigkeit) oder gar ein bleibendes Schielen (Tropie) sowie eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie).
> Visuelle Wahrnehmungsstörungen sind oft sichtbar und führen, zu akuten Gefährdungen.

Akkommodation:
Die Naheinstellung der Augen ist durch ihre Koppelung an die Vergenzen (Divergenz und Konvergenz) immer auch von deren Leistungsfähigkeit abhängig.
Sind Akkommodationsschwächen meist im Zusammenhang mit einer Konvergenzschwäche zu finden, so ist eine zu hohe Akkommodation häufig die Folge von Nahstress (Naharbeit über zu lange Zeiträume und hoher Leistungsdruck).
Okkulomotorik (Augenbewegungen):
Eine wichtige Grundlage guter visueller Leistungsfähigkeit sind gleichmäßige, fließende Augenbewegungen. Sind sie durch Störungen in der kindlichen Entwicklung oder später (z.B. Zustand nach Schlaganfall (Apoplex)) nicht entsprechend ausgeprägt, so wird es zwangsläufig zu Störungen in den nächsten Entwicklungsstufen kommen.
Schnelles Lesen mit guter Sinnerfassung erfordert ein regelrechtes „Einscannen“ des Textes in das Gehirn. Zwei Augen, die keine gute Kooperation entwickeln, werden dazu nie in der Lage sein. Ein schneller Vergleich im Gehirn mit dem bisher Gelernten findet nicht statt - selbst das neu Erlernte wird nur als bruchstückhaftes Erfahrungsmuster zum Vergleich zur Verfügung stehen.
Ruckartige, stockende oder überschießende Augenbewegungen führen konsequenterweise zu Defiziten in den
Vergenzen (Fixation auf den Punkt des Interesses):
Mängel in der Akkommodation und der Okkulomotorik lassen ordentliche Vergenzen gar nicht erst zu, oder sie funktionieren nur innerhalb sehr geringer Bandbreiten mit entsprechenden Beschwerden. Häufige Klagen betreffen ein schnelles Ermüden, verursacht durch teilweises Unterdrücken des Seheindruckes eines Auges oder auch gelegentliches kurzzeitiges Doppeltsehen.
Weichen die Augen von der geforderten Blickrichtung ab, müssen sie durch ein ständiges Nachstellen der äußeren Augenmuskeln korrigiert werden. Hier handelt es sich um eine Winkelfehlsichtigkeit (Phorie). Winkelfehlsichtigkeit (Phorien) können erhebliche Anstrengungsbeschwerden verursachen. Sie sind mit optometrischem Visualtraining und gegebenenfalls prismatischen Brillengläsern behandelbar.
Visualisierung:
Das Gehirn „macht sich ein Bild“. Alle anderen Sinne sind hierbei ebenfalls beteiligt.
Ist durch eine mangelhafte visuelle Wahrnehmung z.B. das Lesen beeinträchtigt, so ist das Vergleichsmaterial auf der „Festplatte“, also die erlernten Erfahrungsmuster im Gehirn, entsprechend lücken- oder bruchstückhaft. Die Folge ist eine reduzierte Sinnerfassung beim Lesen.
Defizite dieser Art wirken sich auch beim Sport oder im Straßenverkehr aus: Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung können nicht schnell genug eingeschätzt werden.
Ob Kind, Erwachsener, oder Profisportler - Menschen mit reduzierter visueller Leistungsfähigkeit kommen, sofern das Sehen für ihre Tätigkeit eine große Rolle spielt, über ein bestimmtes Maß an Erfolg nie hinaus.

